Auf und davon

Immer mal wieder packt es mich, dieses Gefühl. Es ist so eine Sehnsucht nach der weiten Welt, nach dem Nomadentum. Es sind diese Momente, in denen ich mich frage, ob meine Vorfahren wirklich sesshaft waren. Und es sind diese Momente, in denen ich meinen Rucksack packe und die Wanderschuhe schnüre und dann geht es los. Die letzten Jahre bin ich auf dem Jakobsweg durch die Schweiz gepilgert, diesen Frühling habe ich mich an die Via Francigena gemacht.

„Madame, vous marchez toute seule?“ hat mich eine Spaziergängerin gefragt, der ich am Ufer der Rhone begegnet bin. Ich habe gelacht und sie darauf hingewiesen, dass sie ja auch alleine unterwegs sei. Nein, nein, meinte sie, ihre Freundin sei ein paar Meter weiter hinten und ruhe aus. So ganz alleine, das fände sie dann schon sehr gewagt.

Alleine kann ich meinen Kopf gut auslüften, kann in meinem Tempo denken und gehen. Alleine fühle ich mich ganz bei mir und mit der Welt um mich herum verbunden. Alleine setze ich mich immer wieder hin und notiere die Ideen, die sich in meinen Gedanken tummeln. Zu zweit wäre es wandern. Das mag ich auch.

2 thoughts on “Auf und davon

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